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Gartenhaus im Schrebergarten: Welche Größe ist erlaubt & sinnvoll?

Du willst Klarheit über die erlaubte Größe deiner Laube im Kleingarten. Das Bundeskleingartengesetz nennt die 24 m²‑Regel. Das bedeutet: eine einfache Laube bis maximal 24 m² Grundfläche, inklusive überdachtem Freisitz.

In der Praxis rechnest du mit den Wandaußenmaßen. Viele Gemeinden legen strengere Grenzen fest. Beispiele sind München, Karlsruhe oder Wiesbaden.

Dachüberstände zählen meist nicht zur Fläche, sind aber oft lokal begrenzt (typisch 30–60 cm). Auch Höhen spielen eine Rolle: Richtwerte liegen bei etwa 2,25 m Traufe und rund 3,50 m First.

Es gibt Ausnahmen durch Bestandsschutz in Ostdeutschland, wo größere, rechtmäßig errichtete Lauben bleiben dürfen. Wir zeigen dir später, wie du Maße richtig ansetzt und Fehler vermeidest.

Schrebergarten Gartenhaus - Welche Größe erlaubt und Sinnvol?

🌱 Das wichtigste zusammengefasst

  • Die Obergrenze liegt bundesweit bei 24 m² laut Bundeskleingartengesetz.
  • Fläche wird meist nach Wandaußenmaßen berechnet; Freisitz einrechnen.
  • Regionale vorschriften können strenger sein — prüfe deinen Verein.
  • Dachüberstände zählen gewöhnlich nicht, aber lokal begrenzt.
  • Höhenrichtwerte und Bestandsschutz sind wichtige Ausnahmen.

So findest du die richtige Größe für dein Gartenhaus in der Kleingartenanlage

Starte mit einem klaren Nutzungsplan — das spart Platz und Ärger später. Entscheide, ob du hauptsächlich Geräte lagerst, wettergeschützt sitzen willst oder öfter Gäste empfängst. Diese Nutzung bestimmt die ideale Fläche.

Miss deine Parzelle genau und plane Wege, Beete und Aufenthaltszonen ein. So siehst du, wie viel Raum im Garten realistisch bleibt für das Bauwerk und den überdachten Freisitz.

Beachte die rechtliche Regel: § 3 Abs. 2 BKleinG erlaubt bis zu 24 m² inklusive Freisitz, gemessen an den Wandaußenmaßen. Lokal können strengere Vorgaben gelten — kläre das mit dem Vorstand und deinen Pachtunterlagen.

NutzungEmpf. FlächePraxis-Tipp
Reiner Geräteschuppen4–8 m²Schmale Tür, Regalsystem für Werkzeuge
Mix: Lager + Sitz10–16 m²Getrennter Geräteraum, kompakter Sitzbereich
Hauptsächlich Aufenthalt16–24 m²Großer Freisitz, gute Belichtung

Rechtlicher Rahmen: Was das Bundeskleingartengesetz vorschreibt

Das Bundeskleingartengesetz setzt klare Grenzen für Bau und Nutzung deiner Laube. § 3 Abs. 2 erlaubt eine Laube in einfacher Ausführung mit höchstens 24 Quadratmetern Grundfläche inklusive überdachtem Freisitz.

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Maßgeblich sind die Wandaußenmaße (L × B). Der überdachte Freisitz wird mitgerechnet. Dachüberstände zählen in der Regel nicht, sie dienen nur dem Witterungsschutz.

Was einfache Ausführung konkret heißt

Einfache Ausführung bedeutet: robuste, zweckmäßige Bauweise ohne Wohnluxus. Deine Planung darf keine festen Merkmale einer Wohnung enthalten.

  • Keine gute Dämmung wie in Wohnräumen.
  • Keine dauerhafte Sanitär- und Abwasserinstallation.
  • Begrenzte elektrische Ausstattung ist üblich.

Nicht zum dauernden Wohnen geeignet

Die Laube muss nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein. Das schränkt Isolierung, feste Wasseranschlüsse und dauerhafte Erschließung ein. Prüf außerdem lokale Regeln: Städte und Verbände dürfen strengere Vorgaben erlassen.

AspektPraxisTipp
FlächenmaßWandaußenmaße zählenSkizze mit Außenmaßen einreichen
FreisitzWird mitgerechnetTyp und Überdachung klären
AusstattungKeine Wohnstandard-AusstattungAuf einfache Ausführung achten

Regionale Regeln und Vereinsvorgaben: Wenn weniger als 24 m² gelten

Prüfe zuerst die Regelungen deiner gemeinden und deines Vereins. Viele vorgaben im Pachtvertrag oder in der Satzung setzen niedrigere Limits als das Bundeskleingartengesetzes.

Konkrete Beispiele

Einige Orte im Land weichen ab: Wiesbaden erlaubt 20 m² (inkl. 6 m² Freisitz), Karlsruhe nur 16 m². In München gelten 15 m² Haus-Außenmaß plus 9 m² überdachter Freisitz; dort wird teils der Dachüberstand angerechnet.

Zusatzregeln, die oft unterschätzt werden

Gemeinden legen häufig Dachform, Abstände zur Parzelle und Fundamentart fest. Satteldachpflicht, Mindestabstände und spezielle Fundamente entscheiden über die Zulassung.

So holst du die Bauerlaubnis

Reiche Skizzen, Ansichten und Lageplan beim vorstand ein. Lies Pachtvertrag und Satzung genau, denn hier stehen viele bindende vorschriften.

Bestandsschutz in Ostdeutschland

Rechtmäßig vor dem 03.10.1990 errichtete lauben dürfen oft bestehen bleiben; nach DDR-Recht waren bis zu 40 m² möglich. Änderungen können den bestandsschutz gefährden.

Gartenhaus Schrebergarten Größe korrekt berechnen: Grundfläche, Freisitz, Dachüberstände

Für die exakte Flächenberechnung gelten Länge × Breite der Außenwände als Basis. Verbände bestätigen: Die Wandaußenmaße deines Gartenhaus bestimmen die erlaubten Quadratmeter.

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Freisitz und überdachte Terrassen werden in der Regel vollständig zur Grundfläche hinzugerechnet. Plane den Freisitz deshalb immer mit und zeichne die Fläche in deine Skizze ein.

Dachüberstände dienen dem Witterungsschutz und zählen üblicherweise nicht zur Fläche. Lokal gelten jedoch Tiefenlimits: typisch 30–60 cm, in Einzelfällen bis zu 80 cm (z. B. Berlin). Prüfe deshalb die Vereinsregel vor Ort.

Praxisbeispiele

  • Vordach: Bei tiefen Vordächern wird oft ein Normüberstand abgezogen, der Rest zählt als Freisitz.
  • Schleppdach: Zeichne Abstützungen und Rinnen ein; manche Ämter rechnen die gesamte Dachprojektion.
  • Tiefer Freisitz: Nutze mobile Markisen statt fester Überdachungen, wenn du an die Grenze der erlaubten Grundfläche kommst.

Kurzcheck: Berechne die Grundfläche über Wandaußenmaße, dokumentiere die Quadratmeter deutlich und halte Details zu Dachfläche und Überstandstiefen fest. So vermeidest du Nachfragen und bekommst schneller Zustimmung.

Wie hoch darf die Laube sein? Trauf- und Firsthöhen in der Praxis

Höhenmaße sind ein häufiger Stolperstein bei der Planung deiner Laube im Kleingarten. Nutze die rechtlichen Richtwerte als Orientierung, prüfe aber immer die lokalen Vorgaben deiner gemeinden.

BVerwG‑Richtschnur und Messpunkte

Das Bundesverwaltungsgericht (1984) nennt als praktische Richtschnur etwa 2,25 m Traufe und 3,50–3,60 m Firsthöhe. Wichtig: Viele Ämter messen ab Oberkante Fundament oder Boden, nicht ab Rohfußboden.

Regionale Beispiele und Dachformen

Berlin, Hamburg, Hannover, Leipzig und München unterscheiden zwischen Sattel-, Pult- und Flachdach. So gelten in Berlin Pult/Flachdach oft max. 2,60 m, in München ist ein Satteldach Pflicht (First max. 3,50 m).

Nutzung einschränken — Wohncharakter vermeiden

Verzichte auf Schlafböden, Gauben oder ausgebauten Dachraum. Solche Umbauten können den Status als einfache Laube verändern und Konflikte mit dem bundeskleingartengesetz und lokalen regeln auslösen.

  • Plane die dachfläche so, dass Entwässerung und Schattenwurf stimmen.
  • Halte Reserve zur Maximalhöhe ein, kleine Bauabweichungen vermeiden Überschreitungen.
  • Lege Messskizzen mit Bezugspunkten am Boden bei der Einreichung vor.

Aufteilen, Anbauen, Gerätehaus: Was neben der Laube erlaubt ist

Neben der Hauptlaube stellt sich oft die Frage, ob zusätzliche Stauräume erlaubt sind. Grundsätzlich gilt: Deine Parzelle darf nur eine Laube bis maximal 24 m² haben. Weitere feste anlagen sind meist nicht gestattet.

Ausnahmen gibt es lokal. In Karlsruhe sind kleine Geräteanbauten bis 0,80 m Tiefe möglich. In Berlin werden mobile Geräteboxen (ca. 1,50 × 1,00 × 1,30 m) oft toleriert. Düsseldorf erlaubt unter Bedingungen freistehende Schuppen bis 1,80 × 1,80 m und 2,20 m Höhe ohne Betonfundament.

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Wichtig: Hol dir immer die Zustimmung des vorstand. Fordere sie schriftlich an, bevor du baust.

  • Plane intern: Ein Geräteraum im gartenhauses spart Platz und vermeidet Zusatzbauten.
  • Beachte regeln zu Abständen, Höhe und Flächennachweisen; lege Zeichnungen vor.
  • Nutze mobile Lösungen oder Modulregale, um gerätschaften platzsparend unterzubringen.

Praxis-Check: Welche Größe ist sinnvoll für dich und deine Parzelle?

Die beste Entscheidung zur Fläche ergibt sich aus deinen täglichen Abläufen auf der Parzelle. Klarer Bedarf spart Kosten und Ärger bei der Anmeldung in der kleingartenanlage.

Bedarf klären

Nutze eine Liste: Wer soll sitzen, welche Gerätschaften müssen rein, wie viel Stauraum brauchst du wirklich? Modelle knapp unter 24 quadratmeter zeigen gute Optionen.

Checkliste Compliance

  • Parzellenplan und Wegeführung dokumentieren.
  • Grundfläche nach Wandaußenmaßen angeben; Boden/Fundamenthöhen notieren.
  • Dachüberstandstiefen und überdachter Freisitz klären; alles schriftlich beim vorstand einreichen.

Modelle und Praxis

Vergleiche: Johnny 40 A (20,5 m²), Ronya 44 (22,75 m²), Q-BIC 44 B (21,375 m²) und Carin 44 D + SD (23 m²). Ein 24‑m²‑Modell füllt die Obergrenze, kann aber lokal abgelehnt werden.

Teste Grundriss und dokumentiere alle details. So triffst du eine fundierte Entscheidung zum Thema und vermeidest spätere Nachfragen.

Ausstattung ohne Wohncharakter: Strom, Wasser, Sanitär und “einfache Ausführung”

Ausstattung entscheidet oft, ob eine Laube als reiner Gartenraum gilt oder nicht.

Das Gesetz (BDG‑Grundlinie) sieht Anschlüsse an Elektrizität, Gas oder Telefon in Lauben grundsätzlich als problematisch. Wasseranschlüsse in der Laube sind vielerorts nicht erlaubt; Abwasser wird üblicherweise über Trockentoiletten geregelt.

Zwischen Theorie und Praxis

In Stadtstaaten wie Berlin oder Hamburg werden Anschlüsse häufiger toleriert. Viele Vereine regeln das aber unterschiedlich. Kläre unbedingt schriftlich, ob in deiner Anlage Strom verfügbar ist.

Konzept: Nicht zum dauernden Wohnen

Die einfache Ausführung verlangt, dass die Laube nicht zum dauernden wohnen geeignet ist. Vermeide feste Küchen, vollwertige Bäder oder feste Heizsysteme. Setze stattdessen auf mobile Lösungen und gute Lüftung.

AspektErlaubt (häufig)Risiko
StromArbeitsstrom / temporäre SteckdosenFeste Hausanschlüsse können abgelehnt werden
WasserGartenwasserentnahme außenInnenanschlüsse oft verboten
SanitärTrockentoiletteAbwasserleitungen sind kritisch
  • Richte deine ausstattung so, dass die nutzung als Freiraum bleibt.
  • Sprich mit dem Vorstand und Nachbarn; die Vereinsrealität entscheidet oft.
  • Lass dir erlaubte Anschlüsse schriftlich bestätigen, bevor du planst.

Fazit

Ein sauber dokumentierter Plan ist dein bester Schutz vor späteren Beanstandungen. Orientiere dich am Bundeskleingartengesetz: eine Laube in einfacher Ausführung darf maximal 24 Quadratmeter Grundfläche inklusive Freisitz haben.

Berechne die Fläche nach den Wandaußenmaßen und nutze Dachüberstände nur als Wetterschutz — viele Gemeinden setzen hier enge Grenzen. Achte auf Trauf- und Firsthöhen und prüfe lokale Vorschriften früh mit dem Vorstand.

Nutze Bestandsschutz, wenn er für deine Anlage greift, und gestalte die Ausstattung so, dass die Laube nicht zum dauernden Wohnen geeignet ist. Kläre Strom- und Wasserfragen schriftlich.

Mit klarer Planung, sauberer Dokumentation und Abstimmung mit dem Verein bekommst du ein genehmigungsfähiges gartenhaus, das in den Kleingärten lange Freude macht.

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